Glücksgott Lichtenberg

(Video von Constanze Fischbeck und Sascha Bunge, 2008, Theater an der Parkaue im Bahnhof Lichtenberg)

Mit: Akinbode Akinbyi, Abraham Oghobase, Lajos Talamonti, Kilian Wahl und Danielle Schneider (Stimme)

Konzept, Kamera und Montage: Constanze Fischbeck

Text und Regie: Sascha Bunge

Fotografie: Abraham Oghobase

Sound: Daniel Dorsch

Produziert im Rahmen von BAHNHOF LICHTENBERG, ein Projekt des THEATER AN DER PARKAUE, gefördert von der Europäischen Gemeinschaftsinitiative urban II.





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Menschen und Gesellschaften sind keine Marmorblöcke. Aber dass Abfall abgesondert werden muß, um eine Form zu vervollkommnen, ist eine Grundregel moderner Gestaltung. Das Angenehme wird nur erkennbar, wenn man das Nutzlose wegwirft. Was interessiert, ist die Harmonie des Produkts, der Abfall soll von den Müllmännern, den unbesungenen Helden der Moderne, entsorgt werden. Der Erfolg unserer sozialstaatlichen Demokratien beruhte lange Zeit auch darauf, dass wir den menschlichen und materiellen Abfall exportiert haben.

Die Moderne ist von Anbeginn gekennzeichnet durch Wanderungsbewegungen zahlloser Menschen, die in den gesellschaftlichen Ordnungen ihrer Herkunftsländer nutzlos wurden, auswanderten und durch den Export ihres Lebensstils die Existenzgrundlagen in ihren Zufluchtsländern zerstört haben. Heute ist der Planet bis in die letzte Ecke besetzt. Es gibt keine Müllabladeplätze mehr. Die Überflüssigen fallen aus dem Klassensystem, aus jeder gesellschaftlichen Kommunikation heraus und finden nicht wieder hinein. Das ist das Neuartige der Krise.

ZYGMUNT BAUMANN