Sie leben! Sie leben! Sie leben noch immer!

(Lothar Trolle, 2013, Theater an der Parkaue, Uraufführung)

Mit: Lutz Dechant, Caroline Erdmann, Jakob Kraze, Franziska Krol, Thomas Pasieka, Denis Pöpping Franziska Ritter und Katrin Heinrich (im Video)

Regie: Sascha Bunge

Bühnenbild: Angelika Wedde

Kostüme: Clemens Leander

Video & Trailer: Konstantin Bock

Dramaturgie: Hannes Oppermann

Fotos: Christian Brachwitz

Presse: der Freitag 1, der Freitag 2, Neues Deutschland, Die Deutsche Bühne, tip, junge welt



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Sie lebten glücklich auf immerdar. (Typisch englisches Märchenende)

Und sie hatten viele Kinder. (Typisch französisches Märchenende)

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. (Typisch deutsches Märchenende)


Ich (DA WAR DIESE FAHRT MIT DER S-BAHN UND DANN (MIT DEM FAHRRAD) DIE FAHRT NACH ...) bin nun an diesem späten Donnerstagvormittag (meinem freien Tag, ich bin Altenpfleger in ...) dort angekommen, wo ich bereits bei meiner Anfahrt über diesen asphaltierten Radweg, der um den See führt, sehen kann, vor dem Ufer Gebüsch, das nur einen schmalen Durchgang zum See frei lässt (und geht man hier in den See, tritt man zunächst in Morast, davon ist auszugehen), hier bleibst du (mindestens bis zum Abend) allein, ich habe inzwischen mein Fahrrad an einem der Baumstämme abgestellt, gehe jetzt nach vorn zum See, und trete jetzt (die Zweige, die ich beiseite schieben muss, um zum Seeufer zu kommen, sind jetzt hinter mir), an das Seeufer, da unten vor meinen Füssen schieben sich kleine Wellchen (oh diese Historie, das tun sie seit wann eigentlich?, seit 1354?, seit 1582?, seit 1729?) auch heute in diese kleinen, handbreit hohen Höhlen, die da gebildet werden, weil sich Land (d.h. Sand, den dünnes Gras und dünne, nackte Wurzeln zusammen hält) eine Handbreit weit in den See hinausschiebt, immer wieder, immer wieder ganz flüchtig, ganz flüchtig einen Zentimeter vor, einen Zentimeter zurück ..., aber gleich fährt da draußen etwas Motorisiertes vorbei, da geht es hier hoch her, schwappen hier richtige Wellen gegen das Ufer, schwapp schwapp schwapp, und da kann man auch hören, dass Wellen gegen das Ufer schwappen, schwapp, schwapp, schwapp, und die kehren mit ganz anderer Beute zurück in den See ... (O BRANDENBURG, O BRANDENBURG, UND WANN HABEN DEINE SEEN DICH GEFRESSEN ....) und dann (nachdem ich mich doch einige Zeit im Wasser aufgehalten habe) liege ich mit nacktem Rücken im Gras, bzw. auf dieser von einer dünnen Grasnarbe bewachsenen Sandfläche und dann dann (nach meiner Entscheidung, heut Nacht wird es bestimmt nicht ..., also bleibe ich) stehe ich unweit des Sees in der Dunkelheit in den Kiefern, nebenan auf dem Müggelheimer Damm ist durchaus noch Fahrzeugverkehr, nähert sich immer wieder ein Fahrzeug und hebt mit seinem Scheinwerferlicht die Stämme der Bäume als schwarze Schatten aus der Dunkelheit, ein Auto kommt näher ... noch näher ... noch näher und da ... fangen die Stämme der Kiefern an, sich zu bewegen ... kommen auf mich zu ... umkreisen mich ... ziehen den Kreis um mich enger ... nun noch enger ... noch enger ... und ich ... und ich ... und ...

Lothar Trolle, SIE LEBEN! SIE LEBEN! SIE LEBEN NOCH IMMER!